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Newsletter Januar / Februar 2008
Hallo Ihr Lieben,
Seit
Anfang Dezember versucht sich Tessa daran, die Farbtöne zu
benennen. Zuerst war
bei ihr alles nur rot, doch inzwischen beherrscht sie rot, gelb
(„bälb“), grün
(„duhn“), blau („ball“), pink („pimp“), lila, weiß und schwarz
(„watz“) mit
neunzigprozentiger Trefferquote.
Insgesamt
hat Tessa wieder enorm an ihrem Wortschatz gearbeitet. Zum einen wird
die
Aussprache deutlicher, zum anderen belebt sie ihre Grammatik, in dem
sie die
Dinge nun näher umschreibt. So möchte sie beispielsweise mit
dem „großen Ball
pielen“, die Trinkflasche steht „da hinten“ und auf die Frage beim
Hausschuhe
anziehen, wo denn der andere Fuß sei, antwortete Tessa mit: „Na,
hier vorne!“.
Ganz keck reagiert die Kleine, wenn man ihr etwas verbietet, zum
Beispiel:
„Nein, du bekommst jetzt keine Gummibärchen mehr, es gibt gleich
Mittagessen.“
Sie sagt dann manchmal: „Ich will aber!“. Toll beherrscht Tessa auch
schon,
wann man mein und wann man dein verwendet. Im Streit um ihr Spielzeug
verteidigt
sie sich schon mal gegenüber ihrer großen Schwester. Als
Clara in die Richtung von Tessas Plüschmaus lief, sagte die Kleine
drohend mit erhobenem Zeigefinger: „Jaja, nich Maus wepnehmen, meine
Maus!“. Als Clara
Müsli aß,
reagierte Tessa ganz eifersüchtig: „Jaja, nicht essen, meine
Misli!“
Tessas
Sprachschatz reflektiert das, was wir drei Großen sagen. Wir
rätseln heute
noch, von wem sie „Mama, pomm schon, husch husch!“ gehört hat.
Aber es macht
mich stolz, wenn ich von Tessa Äußerungen wie die folgenden
höre:
Mama:
„Darf ich dir den Schlafsack ausziehen?“
Tessa:
„Ja derne.“
Tessa
sitzt auf einem Stuhl und möchte aufstehen: „Mama hils mir runter.
Danke!“Als
wir zu Weihnachten in Chemnitz waren, hat sie eine lustige Bezeichnung
gefunden
für: „Mama, ich habe in meine Windel ein großes
Geschäft gemacht.“. Seit dem
sagt sie „Mama, Popo-Beißer!“.
Tessa
möchte wie wir Großen auch gerne die Toilette benutzen. Sie
spürt scheinbar
etwas, sagt: „Mama, Tessa pullert!“ und zieht sich die Hose herunter.
Ich
schnappe sie dann immer, befreie sie von den Windeln und setze sie aufs
Töpfchen.
Nach einer Weile steht sie wieder auf und fordert ihr Windel
zurück. Bisher
blieb das Töpfchen leider leer.

Im
Januar ist bei Tessa endlich der Knoten geplatzt, wie das Essen mit dem
Löffel
funktioniert. Sie isst nun selbständig, ohne große
Matscherei. Tessa ist ein
sehr guter Esser, teilweise verputzt sie größere Portionen
als Clara. Auch
schmeckt ihr fast alles, was man ihr anbietet, nur Schwarzbrot nicht.
Deshalb
bekommt sie abends Frühstücks-Cerealien. Ihr
Lieblingsfrühstück ist
„Himbeernadenbrot“ (Himbeermarmeladenbrot).
Rechtzeitig
vor dem Weihnachtsfest entdeckte Clara im Fernsehen die Werbung
für sich.
Begeistert schaute sie zu, wie auch andere Fruchtzwerge essen, Actimel
trinken
und womit andere Kinder spielen. So entging ihr auch nicht, dass es
einen
Barbie-Trickfilm gibt. In dem landet die schiffbrüchige Rosella
auf einer
einsamen Insel, lernt mit Tieren zu sprechen und wird zehn Jahre
später von
einem abenteuerlustigen Prinzen überredet, in die Zivilisation
zurückzukehren.
Dort angekommen, erfährt dieser, dass er inzwischen einer anderen
versprochen
wurde, schließlich muss er als Prinz auch eine echte Prinzessin
heiraten. Im
letzten Moment kommt Rosella dahinter, wie die zukünftige
Brautmutter
intrigiert und deckt das Komplott auf. Zum Schluss findet Rosella ihre
Mutter
wieder, die als Königin zur Hochzeit eingeladen war. Da sich nun
herausstellt,
dass auch Rosella eine Prinzessin ist, steht ihr nun der Hochzeit mit
Prinz
Antonio nichts mehr im Wege...
Wir
zeichneten den Film auf, so dass Clara ihn mehrfach anschauen kann.
Clara
achtete auf jedes Detail. Ihr besonderes Augenmerk galt der Garderobe
der Figuren.
Unsere Große brachte alle Varianten zu Papier und spielte den
Film nach.
Erstaunlicherweise beherrschte sie nahezu alle Dialoge. Auch die Lieder
singt
sie so oft, dass ihre kleine Schwester in den Gesang mit einstimmt.
So
war auch naheliegend, dass ihre Weihnachtswünsche auf diesen Film
fixiert
waren. Sie sehnte sich nach Rosella, Antonio, Luciana, die als Puppen
erhältlich sind, nach der Hochzeitskutsche und besonders nach dem
Original-Rosella-Kleid in Größe 104, damit Clara perfekt
Rosella nachahmen kann
(Man darf seine Tochter keine Werbung schauen lassen!!!). Eines Tages
stellte
sich Clara vor uns hin und tauchte ganz in diese Rolle ein: „Ich bin
Clarella,
die Königin aller Pfauen!“ Sie stutzte und fügte noch hinzu:
„Moment mal, ich
habe gar keine Pfauen!“.

Der
Weihnachtsmann brachte ihr Rosella, Antonio und ein großes
Playmobil-Märchenschloss. Letzteres bietet eine sehr gute Kulisse
für den Film,
aber inzwischen wird es auch genutzt, um Märchen nachzuspielen.
Einmal
lauschte ich an der Tür, als Clara mit ihrem Papa eine
königliche Hochzeit
vorbereitete. Ich hörte, wie Frank zu Clara sagte: „Stell die
Blumentöpfe nicht
so nah an die Kante, sonst fallen die noch dem Prinzen auf den Kopf und
dann
wird der ohnmächtig.“ Doch Clara entgegnete: „Och, das schadet
nicht. Dafür
haben wir eine wunderschöne Blumenbank!“
Da
auch Tessa an der singenden Barbie-Puppe Gefallen gefunden hatte und
bei der
Kleinen die Tränen flossen, weil sie diese nicht haben durfte,
bekam sie
Luciana geschenkt. Seitdem tauschen sie oder spielen gemeinsam.
Im
Kindergarten wurde zur Weihnachtsfeier von den Kindern das Krippenspiel
aufgeführt. Clara probte zu Hause fleißig die Rolle der
Maria. Die anderen
Rollen wurden durch ihre Kuscheltiere besetzt. Tigger gab den Josef und
Puuh-Bär das Jesus-Kind. Die darum herum sitzenden Frosch, Krabbe
und Klein Ruh
bekamen einen Haargummi oder einen Armreif auf den Kopf und stellten
die Engel
dar. Mama und Papa durften als Öchslein und Esel herhalten. Clara
war
Hauptrolle und Regisseur in einer Person. Am Tag der Aufführung
war Clara ganz
traurig. Sie durfte nur einen Engel spielen.

Clara
zeichnet mit großer Begeisterung am Computer. Sie beherrscht den
Trackball und
klickt sich mit einer Sicherheit durch das Malprogramm, die man von
einer fast
fünfjährigen wahrlich nicht erwarten würde. Sie hat so
viele Ideen, die sie auf
den Bildschirm zaubert: Märchenfiguren wie Rapunzel und
Dornröschen; die
Hauptdarsteller der Disney-Serie „Kleine Einsteins“; und Rosella und
Luciana
dürfen natürlich auch nicht fehlen. Manchmal schreibt sie
auch dazu, wem sie
das Bild widmet. Bis vor kurzem fragte sie nach der richtigen
Schreibweise,
wenn sie diese nicht kannte, doch seit neuestem versucht sie, die
deutsche
Rechtschreibung allein zu erkunden. Dabei stolpert sie über die
Tücken des
Buchstabierens. Clara schreibt beispielsweise „Hns“ und „Mly“ statt
Hans und
Emily, weil sie vermutet, dass die Buchstaben H, M und L für die
Buchstabenkombinationen „Ha“, „Em“ und „El“ stehen. Aber allein die
Idee, die
Worte so zu schreiben, ist für Claras Alter lobenswert.

Rosella
Luciana

Disneys „Kleine
Einsteins“
Rapunzel und Dornröschen
Im
Kindergarten stand der Fasching unter dem Motto „Unser Fischerdorf“.
Clara
entschied sich für das Kostüm „Meerjungfrau“. Zum Nähen
hatte ich eine Woche
Zeit. Am Tag der Feier stellte sich heraus, dass sich Claras
Freundinnen Kira
und Lara ebenfalls als Meerjungfrauen verkleidet hatten. Der
Gruppenraum war
sehr liebevoll umgestaltet worden. An einer Säule hing eine
Strickleiter und
stellte so den Mast mit Ausguck dar. Die umherstehenden Stühle
bildeten den
Rumpf eines Schiffes und an den Wänden hingen Netze mit Fischen
und Muscheln.
Auch alle Spiele und Lieder passten zum Thema. Clara gefiel der Tag
sehr gut
und trällert auch heute noch manchmal das Lied von der Entdeckung
Amerikas.
Bis
zum nächsten Mal,
Eure
Conny
Technische
Daten:
Tessa:
Letzte
Messung
Aktuelle
Messung
Größe
79 Zentimeter
81 Zentimeter
Gewicht
9 Kilogramm
10 Kilogramm
Schuhgröße
22
22
Zahnschema
(rechts) ¯ O
X O O O O X
O ¯ (links)
O = Zahn vorhanden
_ O X O O O O
X O _
X = neuer Zahn
Clara:
Letzte
Messung
Aktuelle
Messung
Größe
104 Zentimeter
104,5 Zentimeter
Gewicht
15 Kilogramm
15 Kilogramm
Schuhgröße
27
27
Copyright
© 2008 CT
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