
Newsletter
Juli 2006
Hallo Ihr Lieben,
Seit
Beginn des Monats habe ich das Gefühl, Tessa ist nicht mehr
länger ein hilfloses Neugeborenes. Sie schaut sich mit klarem,
direkten Blick im Zimmer um oder ihr Gegenüber an und reagiert
sogar darauf. Lächelt man ihr zu, strahlt Tessa freundlich
zurück. Auch wenn man mit ihr redet, antwortet sie mit
überzeugendem Blick: „Örö, Krei, Hee, Gall, Agee“ oder
ähnlich. Wenn ich Tessa auf dem Arm habe, hält Tessa ihren
Kopf für einige Minuten ganz alleine. Sie schaut sich neugierig um
und guckt sich fasziniert alles an.
Tessa
ist jetzt gut „ausgepolstert“. An ihren Armen und Beinen findet man
sogar Speckfalten.
Die
erste Zeit mochte Tessa gar nicht gern gewickelt oder gebadet werden.
Dabei hat sie ein Bad ganz für sich, in dem es immer schön
warm ist. Bei lautem Geschrei und wildem Gestrampel wurde jeder
Windelwechsel zur Tortur. Doch mittlerweile wimmert sie nur noch, wenn
ich mal ihre Mahlzeit zu lange hinausgezögert habe und sie
enttäuscht ist, daß es immer
noch nicht losgeht. Auch das Baden macht ihr jetzt Spaß.
Wie
im vergangenen Jahr besuchten wir mit Claras Spielkreis wieder den
Tierpark in Bad Pyrmont. Gleich im Eingangsbereich neben dem
Streichelzoo wurde Clara von einem freilaufendem Truthahn
begrüßt, der auch so groß war wie sie selbst. Als sich
die beiden gegenüberstanden, ergriff Clara die Flucht und weigerte
sich danach, die anderen Tiere anzuschauen. Kaum bemerkte sie eine
Mini-Ziege, die sich futterheischend aus
dem Gehege herauslehnte, weinte unsere große Tochter bitterlich
los. Da kam der Spielplatz als Ablenkung gerade recht. Hier probierte
Clara alles aus und schreckte dabei vor keiner Höhe zurück.
Nur einmal traute sie sich nicht mehr, alleine vom Kletterturm herunter
zu steigen und mußte gerettet
werden. Danach setzte sie sich mit den anderen Kindern auf eine Bank
und gemeinsam ließen sie sich ein Eis schmecken. Als Clara fertig
geschleckt hatte, waren auf einmal die Tiere wieder interessant. Sie
fragte sogar, ob sie wieder die Lamas füttern dürfe. Ich
pflückte wieder Löwenzahnblätter, die der Clara dann
förmlich aus der Hand gerissen wurden. Leider hetzten die anderen
Mütter aus dem Spielkreis danach in Richtung Ausgang, weil sie mit
ihren Kindern nach Hause wollten. Wir nahmen uns die Zeit und schauten
uns noch die Känguruhs, das
Stachelschwein (das sich in seinem Haus verkrochen hatte) und die
Löwenfamilie an. Die Löwenmama schmuste mit einem ihrer
Kinder, der Löwenpapa tobte mit den beiden größeren
herum. Dann hatte auch Clara genug gesehen und wir fuhren
heimwärts.
Die
Schnuppertage im Kindergarten verliefen recht vielversprechend.
Am ersten Tag Anfang Juni blieben Mama und Tessa mit dabei, zogen sich
nur zum Stillen in ein anderes Zimmer zurück. So
frühstückte und spielte unsere Große mit den anderen
Kindern. Nach zwei Stunden Aufenthalt fragte Clara, wann wir nach Hause
gehen würden. Da war es elf Uhr. Um diese Zeit enden sowohl
Musikschule als auch Spielkreis. Der Kindergarten geht bis 13.00 Uhr.
Aber die restliche Zeit verging beim Spielen und Toben wie im Fluge.
Am
zweiten Schnuppertag waren Mama und Tessa noch beim
Begrüßungskreis dabei, fuhren dann wieder nach Hause. Clara
spielte mit der Murmelbahn, knetete Schmetterlinge und Nudeln, bevor
alle Kinder in den Garten gingen und dort von ihren Eltern abgeholt
werden. Als ich kam, nahm sie mich zur Kenntnis und buddelte weiter im
Sandkasten. Eine Kindergärtnerin lief zu ihr hin und sagte ihr, daß die Mama da sei. Clara entgegnete nur:
„Ja, ich weiß. Da muß die Mama
eben etwas warten.“ Ich glaube, wenn Clara ab Mitte August ein
Kindergarten-Kind wird, muß ich mir
keine Sorgen um sie machen.
Unsere
kleine Tochter ist seit kurzem ein Fingerlutscher. Anfänglich nahm
sie eine Hand, öffnete sie und legte diese sich mitten ins
Gesicht. Dann tasteten sich die Finger in Richtung Mund und
verschwanden darin. Inzwischen wissen die Finger genau, wo der Mund ist
und landen dort, wenn der Schnuller nicht schnell genug hineingesteckt
wird. Nachts tröstet sie sich so allein. Dabei wird so laut
geschmatzt, daß ich davon immer
aufwache.

Tessas
Stillrhythmus hat sich bis auf wenige Ausnahmen auf bestimmte Zeiten
eingependelt. So kann ich Claras Musikschule, den Spielkreis oder den
wöchentlichen Großeinkauf ganz gut einplanen. Mit plus/minus
einer halben Stunde Abweichung wird sie um 4.30 Uhr, 8.30 Uhr
und 12.30 Uhr gestillt. Wenn sie gegen 17.00 Uhr
ihre Mahlzeit bekommt, meldet sie sich gegen 23.00 Uhr
noch einmal, hat sie erst gegen 18.00 Uhr Hunger,
schläft sie dann bis 4.30 Uhr durch. Am liebsten
wäre mir, Tessa käme immer eine Stunde vor Mitternacht und
schliefe dann bis zum Morgen durch. Da wäre mein Nachtschlaf nicht
so zerstückelt. Aber das wird sich auch irgendwann einspielen.
Während
ich stille, sucht sich Clara selbständig ihre Beschäftigung.
Manchmal bereitet sie für ihre Plüschtiere Kaffee und Kuchen,
ein anderes Mal schaut sie die Petzi-Videos
an, aber vor allem zeichnet sie gern. Am liebsten bringt sie kleine
Figuren zu Papier. Anfangs waren dies noch einfache „Mondgesichter“,
jetzt zeichnet sie schon richtige Situationen aus ihrem Alltag und
Szenen von Petzi und seinen Freunden. Im
angefügten Beispiel stellte sie sich selbst mit pinkfarbenem
Pullover dar.
In
Claras Videos mit den „Petzi“-Geschichten
gibt es Seebär, eine Figur, die ständig schläft. Am Ende
jeder Episode stellen Petzi und seine
Freunde fest, daß es Zeit ist, nach
Hause zurückzukehren und Pfannkuchen zu essen. Daraufhin erwacht
Seebär und fragt: „Pfannkuchen? Wer hat da gerade was von
Pfannkuchen gesagt?“
Als
Clara eines Tages entdeckte, daß ihr
Papa beim Fernsehen eingeschlafen war, lachte Clara und rief:
„Pfannkuchen!“. Der Papa öffnete seine Augen und schmunzelte
über die Cleverness seiner Tochter.
An
Tessas Kleidung konnte man beobachten, daß
die Kleine im Juni enorm gewachsen ist. Ein Blick auf das
Metermaß verriet uns, daß sie
nun 58 Zentimeter groß ist. Wie schwer Tessa ist, wissen wir
leider nicht, da wir keine geeignete Waage besitzen. Inzwischen
trägt sie die Windeln in der Größe 3. Tessas kleiner
Fuß ist neun Zentimeter groß.
Das
soll es diesmal gewesen sein. Bis bald,
Eure
Conny
Copyright
© 2006 CT
|